Das Leitbild unserer Arbeit


Wir arbeiten ressourcenorientiert, das heißt, wir orientieren uns an den Bedürfnissen und den Bedarfen der Kinder und Jugendlichen. Unser Handeln ist geprägt von einer humanistischen Grundeinstellung. Hieraus leiten wir für uns eine prinzipiell positive, wertschätzende, wohlwollende und akzeptierende Einstellung zum Menschen in seiner Ganzheit ab. Bestandteil dieser Sichtweisen sind im Besonderen die jeweiligen Biographien der Kinder und Jugendlichen und auch die Arbeit und Reflexion mit der Herkunftsfamilie.

Es kommt uns vor allem darauf an, in partnerschaftlichem Miteinander das individuelle Leben zu gestalten. Entwicklung wird von uns als gestaltbarer Prozess betrachtet und erlebt. Entsprechend unserer Struktur ist eine umfassende Hilfe möglich, die sich insbesondere in der Intensität der Betreuung unterscheidet und permanent nach Lösungsmöglichkeiten für den Einzelfall sucht.

"„Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht,
dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber,
dass wir den Kampf niemals aufgeben.“
Frankl

Leitbild

„Jenseits von Richtig und Falsch liegt ein Ort, dort treffen wir uns“ ist ein Zitat aus einem Buch von Marshall B. Rosenberg, in dem es um gewaltfreie Kommunikation und eine positive und kreative Haltung zum Leben geht. Gemeint ist damit, dass das Verurteilen von Verhaltensmustern kein effizienter Weg zur Veränderung ist, dass Verhalten subjektiv immer einen Sinn ergibt und Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse und von Orientierungslosigkeit ist.

Die Ergründung unerfüllter Bedürfnisse in Verbindung mit der Orientierung an den Ressourcen, Kompetenzen und Fähigkeiten des Individuums sind zielleitend, um angemessene und anerkannte Handlungsalternativen zu ermöglichen und festgefahrene Verhaltensmuster zu durchbrechen.
Die Aufforderung zur Partizipation, die schrittweise Übernahme von Verantwortung und das Erfahren von Selbstwirksamkeit wird sukzessive ermöglicht. Dabei geben persönliche Wertschätzung und Orientierung den handlungsleitenden Rahmen, wohl wissend, dass pädagogische Inhalte nur über eine gelingende Beziehung transportiert werden können.

Die von uns betreuten Menschen benötigen und suchen Orientierung, um Wertvorstellungen zu festigen oder zu internalisieren. Dies gelingt nicht ohne Auseinandersetzung mit sich und anderen. Unangemessenes Verhalten und dessen Auswirkungen, Selbst- und Fremdeinschätzung und soziale Beziehungen im Allgemeinen werden kreativ und kritisch reflektiert.

Sechs Leitsätze bestimmen das Handeln in unserer Einrichtung:

  • Individualität im Verhalten ist normal
  • Einbeziehen, nicht ausgrenzen
  • Wahrnehmen, Ressourcen erkennen
  • Gegenseitig mit Respekt begegnen - Rahmenbedingungen setzen
  • Horizonte öffnen, Begrenztheit verstehen
  • Fördern und fordern

Zusammenfassung

Das Kinder- und Jugendwohnhaus SINNAN wird ständig von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 18 sowie von Mütter/Vätter und ihren Kindern bewohnt. Die Bewohner haben zumeist Verhaltensauffälligkeiten, psychische Störungen, fehlende soziale Kompetenzen und kommen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Mit individuell erstellten Hilfeplänen und Fachleistungsstunden, gezielten Gesprächen zwischen Betreuer und Kind/Jugendlichem und anderen fachlichen Maßnahmen soll den Kindern bzw. Jugendlichen eine Integration in die Gesellschaft sowie eine Verselbstständigung ermöglicht werden, um später einen eigenen Wohnraum zu beziehen und ein unabhängiges Leben zu führen.